Donnerstag, 3. Juli 2008

Prima ariba

Wenn man bei der Arbeit schon den Luxus eines ziemlich großen Schreibtisches genießen darf, sollte man auch stets einen großen Bogen machen, um zum komfortablen Stuhl zu gelangen.
Andernfalls versenkt sich nämlich die Tischkante äußerst schmerzhaft im Oberschenkel und hinterlässt eine farbenprächtiges schmerzhaftes Autogramm.

Prima ariba!

Boah ey!

Das Handy klingelt, die Chefin ausm Hamburger Café ist dran. Eine Kollegin sei krank und ich die Einzige, die eben deren Schichten am Wochenende überhaupt beherrscht. Ich habe aber keine Zeit nach Hamburg zu fahren, denn nächste Woche Mittwoch steht neben meinem Geburtstag auch noch meine mündliche Abschlussprüfung an. Gelernt habe ich bislang nicht, weil ich eben die letzten Wochenenden immer arbeiten musste. Ob ich nicht eine Ausnahme machen und trotzdem arbeiten könnte, fragt sie.

Boah ey, das ist meine Abschlussprüfung! Natürlich kann ich nicht!

Mittwoch, 2. Juli 2008

Schwanen-Angst

Sie sind schön, bewegen sich anmutig, wirken so stolz und wie weiße Könige auf dem See. Zwischen all den anderen Wasservögeln fallen sie immer auf, kein Wunder, überragen sie doch alle anderen. Gemeint sind Schwäne, jene Vogelart, die sich maximal in Zweiergruppen, meist aber alleine auf der Wasseroberfläche tummelt. Ich habe sie immer gerne betrachtet, fand sie faszinierend und hielt sie für friedliebende Tiere. Doch in den letzten Jahren, so scheint es mir, sind sie in Verruf geraten. Übergriffe auf Mensch und Tier, die Nachrichten waren voll davon, naja zumindest fielen mir die Meldungen immer wieder auf. Ich verstand nie, warum so viele Menschen Schwäne beängstigend fanden, was ist denn so furchterregendes an den schwimmenden Federtieren?

Doch als ich neulich in netter Runde mit einem Tretboot unterwegs war, der Hund ebenfalls an Bord, kam uns ein Schwan gefährlich nahe. Ich habe von der Schwanensprache so ziemlich gar keine Ahnung, aber wenn sich ein solches Exemplar einen halben Meter von mir entfernt aufplustert und fauchend den Schnabel aufreißt, dann sagt mir das: Schnell weg hier, aber ganz schnell!

Dass das Vieh meinen Hund bedrohte und nicht mich, tröstete mich wenig, ich hatte mich unheimlich erschrocken und jeden weiteren Schwan an diesem Tag mit einem großen Bogen gemieden.

Dass sich das Erlebnis so einbrennen würde, hatte ich nicht geahnt. Doch heute am Ölper See in Braunschweig flüchtete ich von unserem gemütlichen Sitzplatz am Wasser, weil so ein schreckliches Zweiergespann auf uns zukam. Wieder fauchte eines der Tiere bedrohlich in Richtung Hund. Meine Freundin belächelte meine Flucht, bekam es aber auch mit der Angst zu tun, als der Schwan sich anschickte auf Kuschelkurs mit ihr zu gehen.

Mein Hund hingegen fand es total spannend und näherte sich dem weißen Monster, vollkommen unbeeindruckt von der Drohung. Ich sah schon den Schwan meinen kleinen ahnungslosen Hund beißen. Doch auch meiner Hündin ist die Flucht noch gelungen, nur meine Schwanphobie ist jetzt wohl nicht mehr zu leugnen.

Sonntag, 29. Juni 2008

Schweiß, Blut und Tränen

Wir hätten es so sehr gebraucht, das Gefühl der Überlegenheit, das Siegersein und den nochmaligen Antrieb für die Gemeinschaft. Es ging nicht nur um Fußball, es ging um viel mehr. Zuviel vielleicht, denn letzten Endes ist es nur ein Sport, einer, der Blut, Schweiß und Tränen kostet und uns allen soviel zu geben vermag.

Spanien verdient gewonnen, Deutschland gewachsen, aber noch nicht ganz reif! Schade, dennoch: Danke Jungs, ihr seid eine phantastische Mannschaft und der Schmerz, der geht vorbei!

Donnerstag, 26. Juni 2008

Kalter Pudding

Nach 45 Minuten telefonischer Verbindung nach Kiel bin ich gefrustet. Es gibt Dinge, die kalt einfach nicht mehr so gut schmecken. Das Gespräch mit einem einst engen Freund ließ jegliche Leichtigkeit und Vertrautheit missen. Leider liegt das nicht am Lauf der Zeit, sondern daran dass dieser Herr, bis vor kurzem Endlos-Single, vergeben ist und seinen Witz und Charme in eine Aldi-Tüte verpackt, irgendwo entsorgt haben muss.
Das Ganze fühlt sich an wie kalter Pudding auf der Haut, haargenau so.

Montag, 23. Juni 2008

Neulich an der Tanke

Seit einiger Zeit besitze ich kein Auto mehr, zum Fahren komme ich daher eher selten, aber immerhin ab und zu. Ich quatsche meinem lieben Freund also immer mal wieder sein Auto ab, um mir die lästige Bahnfahrt zu ersparen und die Freiheit der Straße zu erleben. Das klappt auch Widererwarten ganz gut. Ein Hamburger braucht sein Auto halt nicht so oft, seine kleinstädtische Freundin hingegen schon eher.

Einziger Wermutstropfen: Tanken muss ich selbst und Zahlen natürlich auch. Also starte ich jede Heimfahrt mit einem Besuch an der Zapfsäule, erinnere mich kurz vorm Aussteigen an den richtigen Treibstoff und schaue dann der ratternden Anzeige beim kostspielig-werden zu.
Letztens kam es aber gar nicht erst so weit. Das englische Auto spielte mir einen Streich: Der Zapfhahn ging nicht rein. Sowas - kann doch gar nicht sein- der muss doch.... also wirklich- Kopfschüttelnd und fassungslos werkelte ich am Tank und dem Zapfhahn herum, bis eher zufällig mein Blick auf die Spritanzeige fiel. Da hatte ich doch glatt die Dieselvariante erwischt und war ganz schnell schrecklich dankbar dafür, dass diese Inkompatibilität mir schlimmeres erspart hat.

Freitag, 20. Juni 2008

Passt nicht

Von wegen Frauen und Fußball geht nicht! Geht wohl und wie! Tore werden lautstark bejubelt, Arme und Kissen fliegen in die Luft, die Ladies fallen sich gegenseitig in die Arme und zelebrieren jeden Treffer minutenlang. Das ist Fan-Verhalten aller erster Güte!

Fußball, Frauen und Männer hingegen, das geht gar nicht! Obwohl die Herren der Schöpfung selbst, zumindest im Stadion stehend, aus dem Gröhlen nicht mehr rauskommen, wird das weibliche Jubeln als Gekreische abgetan.

Statt getrennter Schlafzimmer müssen es getrennte Wohnzimmer sein, denn Mann und Frau im Fußballfieber, das passt irgendwie nicht.

Mittwoch, 18. Juni 2008

4 Wochen Schmetterlinge

Ein kleiner unschuldiger Umschlag und ein Fußball-Fähnchen schwenkender Smiley verkündeten mir: Sie haben Post!
Werbemail? Verteiler-Nachrichten? Rabatt-Aktionen? Was darf ich heute wieder löschen?

Gar nichts! Bloß nichts löschen, meldete mir mein Hirn, als ich den Namen der netten Sekretärin im Absender erkannte. Ich habe es: Ein vierwöchiges Praktikum bei der hiesigen Zeitung, zwei Wochen Kultur- und zwei Wochen Lokalredaktion. Nicht viel Zeit, der Schlaf muss dann eben einfach zu kurz kommen und das Privatleben auf Eis gelegt werden. Hauptsache die Chance nutzen und schreiben, schreiben, schreiben! Sich innerhalb von vier Wochen zu beweisen, das wird eine Herausforderung sein, aber eine die mir Schmetterlinge in den Fingerspitzen verspricht.

Dienstag, 17. Juni 2008

Shake it!

Mitten in der Vorbereitung für die morgige Präsentation meiner Bachelor-Arbeit stelle ich eines fest: Die Arbeit ist nicht schlecht, sie liest sich gut, klingt teilweise richtig gekonnt und ist das Beste was ich je an wissenschaftlichen Texten geschrieben habe.

Das heißt nicht, dass es eine 1 vor dem Komma geben wird, denn mein "gut" ist nicht gleich "dozenten-gut", aber ich fühle mich wohl mit der Abschlussarbeit und das ist ja fast genauso wichtig wie das Endergebnis.

Nur die Präsentation, hm, die will mir nicht so recht aus dem Ärmel rutschen, mag mal jemand zupacken und kräftig dran schütteln?!

Auf gute Nachbarschaft

Nach zwei Monaten habe ich mich hier so langsam eingelebt und auch mein Hund kennt jetzt den Heimweg und hat neue Lieblingsplätze in der Wohnung gefunden. Ein kurzer Arbeits- und Uniweg, ausreichend Möglichkeiten, um das Spazieren gehen für meinen Vierbeiner abwechslungsreich zu gestalten und eine ruhige Wohnlage. Man sollte meinen, es wäre alles perfekt.

Meine Nachbarin rechts unten sieht das anders. Bei jedem Klingeln und bei jeder Bewegung im Hausflur würde mein Hund Terror machen, rumkläffen und sie in den Wahnsinn treiben. Immer wenn ich nach Hause komme, liegt die Kleine seelenruhig auf oder unter dem Bett. Keine Spur von Stress, Unruhe und Störenfried.

Da Frau L. stets brav meine Päckchen annimmt, immer zuhause ist und auch sonst noch ganz handzahm ist, möchte ich keinen Streit vom Zaun brechen. Wie auch, ich weiß wie sehr Gekläffe nerven kann. Willkommen in der Zwickmühle Keykat!

Auf einen erneuten Umzug habe ich so gar keine Lust, den Hund immer mitnehmen, nahezu utopisch, ihn ruhigstellen? Das geht doch nicht. Oder doch?

"Anti-Bell-Halsbänder" versprechen nachbarschaftlichen Frieden; einen Versuch ist es wert, also mal hübsch 27€ bei Ebay investiert. Im Sinne der guten Nachbarschaft, tut man ja so einiges. Wenn Hund nochmal auf die Idee kommt, einen auf Haustyrann zu machen, wird das Halsband ein ultrahohes Tonsignal von sich geben. Das tierische Theater ist ohnehin überflüssig, den Job des Hausdrachens hat schließlich Frau L. auf Lebenszeit für sich beansprucht.

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Wenn man bei der Arbeit schon den Luxus eines ziemlich...
keykat - 3. Jul, 22:16
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